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Matthias Egger

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Angehörige

« Die Krankheit soll nicht unser Leben beherrschen »

Matthias ist ein Angehöriger, seine Partnerin hat Lungenkrebs. Müsste er ein Stelleninserat für Angehörige schreiben, wäre dort zu lesen: «Gesucht wird eine einfühlsame Person, die sich mit Geduld einem betroffenen Menschen zuwenden kann. Jemand der das Leben ins Haus bringt und optimistisch durch die Welt schreitet».

Matthias ist ein Optimist. Und der sympathische Ü-Siebziger mag es, sich zu bewegen. Gerne wandert er mit anderen in den Bergen oder geht in der Umgebung seines Wohnorts Lenzburg spazieren. Oft «de Aare nah». Sonst ist er zwei bis drei Mal pro Woche beim Schwimmen anzutreffen. Er reist auch gerne, aber nicht zu oft und dann eher kurz.

Der einfühlsame Matthias beschreibt sich selbst als ruhig und geduldig. Wenn nötig könne er sich aber durchaus auch Gehör verschaffen und motivieren, schiebt der ehemalige Berufschullehrer nach. Fragen beantwortet er kurz und punktgenau – nachdem er diese zuerst einmal kurz analysiert hat. Als Historiker liest Matthias gerne politisch aktuelle Bücher und interessiert sich für Tagesaktualitäten. Musik geniesst er regelmässig in der Tonhalle Zürich.

Matthias Partnerin heisst Verena. Die aktive Ü-Siebzigerin ist den Menschen sehr zugewandt. Krebs begleitet sie, seit sie mit 30 an Brustkrebs erkrankte. Viel später, anfangs 2019, folgte die Diagnose «Lungenkrebs». Dann das volle Programm:  Medikament, Operation, Bestrahlung. Drei auffällige Stellen, drei Behandlungsmethoden. Heute geht es ihr gut, auch dank eines zielgerichteten Medikaments, das sie einnimmt. Genaueres ist in Verenas eigener «Story» nachzulesen.

Wenig Zeit zum Nachdenken – zum Glück

Verena hat die Diagnose «Lungenkrebs» nicht schockiert, aber nachdenklich gemacht. Wie war das bei Matthias? «Ich bin schon geschockt gewesen und ich fragte mich, ob das jetzt wirklich auch noch sein müsse», meint er nach kurzem Nachdenken. Denn dies war nicht die erste schwere Erkrankung, die Verena durchmachen musste. Schon bei ihrer Brustkrebserkrankung hatte Matthias sie begleitet. «Das war für mich damals heftiger als dieses Mal», blickt er zurück. «Die Diagnose Lungenkrebs war aber schon auch heftig, einfach anders. Wir standen ja an einem ganz anderen Ort im Leben». Und dann folgt ein Satz, der sein Rollenverständnis als Angehöriger auf den Punkt bringt: «Ich möchte ihr den Rücken stärken». Und zwar auf Augenhöhe, also als Partner und nicht als einer, der jetzt stark sein muss. Die beiden sehen sich klar als Team und sie sagt über ihn: «Er ist der beste Ehemann der Welt!».

Zurück zur Diagnose. Er habe diese schon als ernsthafte Sache eingestuft und sich gefragt, wie man da am besten vorankomme. Erfreulich sei gewesen, dass es nach den ersten Symptomen relativ rasch und intensiv los ging und nicht viel Zeit zum Nachdenken blieb. Das stimmte ihn zuversichtlich. Längere Wartephasen vor der Diagnose und während der Behandlung stellt er sich als sehr belastend vor. Als sich zeigte, dass alle drei auffälligen Stellen in Verenas Lunge behandelbar waren, schöpfte er Hoffnung.

Und da ist die Geschichte mit dem Cüpli

Nach der Diagnose Lungenkrebs im Unispital Zürich sagte Matthias spontan zu Verena: «Komm jetzt gehen wir auf den Züriberg. Da hat es eine schöne Aussicht über Stadt und See». Was sollte man trinken, Kaffee oder Tee? Nein, etwas «Rechtes». Also ein Cüpli! «Wir haben auf den Rest unseres hoffentlich noch langen gemeinsamen Lebens angestossen!», erinnert er sich. Diese Tradition haben die beiden beibehalten, z.B. jeweils nach einer Besprechung von PET-Scan-Ergebnissen. «Es hat ja genützt. Es ist ja gut gekommen», sagt Matthias mit einem Augenzwinkern.

Prognosen ja oder nein oder vielleicht?

Prognosen steht er skeptisch gegenüber, wie Verena. «Ärzte sollten eigentlich keine Prognosen stellen, sondern mit passenden Worten dazu stehen, dass sie es nicht wirklich wissen», meint er. Auf Nachfrage schliesst er jedoch nicht aus, dass er sich als selbst Betroffener je nach Lebenssituation doch für eine Prognose interessieren würde. «Damit ich abschätzen könnte, wie viel Zeit mir noch bleibt, das zu tun, was ich noch vorhabe».

Krankheit ist Teil des Lebens

Recherchieren über Lungenkrebs ist Verenas Aufgabe. «Wenn sie etwas Interessantes entdeckt, diskutieren wir darüber», erzählt Matthias. Sonst ist Lungenkrebs im Alltag kein ständiges Thema. «Die Krankheit soll nicht unser Leben beherrschen. Ängste kommen natürlich trotzdem immer wieder hoch», fasst er zusammen. Eine wichtige Informationsquelle waren auch Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten, besonders auch mit Verenas Onkologin. Zu ihr haben beide ein sehr gutes Verhältnis. Ganz generell fühlte sich Matthias im Kontakt mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten als Angehöriger ernst genommen. «Da hatten wir sicher Glück», meint er.

Vom Umfeld und Kraftspendern

Verena informierte ihr gemeinsames Umfeld selbst über ihre Erkrankung. Matthias musste also nicht an ihrer Stelle als «Botschafter» auftreten. Auf die Frage, ob er als Angehöriger vom Umfeld überhaupt wahrgenommen wurde, antwortet Matthias indirekt. Ihm falle dazu spontan seine Kindheit ein, genauer sehe er sich als kleinster Bruder neben zwei grösseren Brüdern. «Da lernt man sich zurückzunehmen», ist er überzeugt. Man(n) nimmt sich eben nicht so wichtig.

Was ihm seit der Diagnose Kraft gab, waren Komplimente aus dem Umfeld wie «Ihr macht das so gut miteinander!». Eine wichtige Kraftquelle ist für ihn auch das Schwimmen, besonders wenn es ihm einmal nicht so gut geht. «Wenn ich meine Runden drehe, finde ich meine innere Mitte wieder», erzählt er.

Heute und Morgen

«Mir geht es heute gut und ich bin so weit zufrieden», meint er. Und dann: «Wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, ist nachher ein Spaziergang angesagt». Zur Zukunft meint Matthias: «Ich hoffe, dass wir noch lange zusammen sein und viele gemeinsame Tage gestalten können». Zuversichtlich stimmen ihn die grossen und raschen Fortschritte bei der Entwicklung von neuen (zielgerichteten) Krebsmedikamenten.

Im Herbst 2023 ist eine etwa 10-tägige Schifffahrt mit Freunden Richtung Norden geplant. Ziel sind die Nordlichter. «Und wenn es mit den Nordlichtern nicht klappen sollte, haben wir bestimmt eine gute Zeit mit unseren Freunden», meint er mit einem Lächeln zum Schluss des Gesprächs.

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