Lungenkrebs: eine Diagnose, die vieles verändert
Die DiagnoseLungenkrebs stellt das Leben oft von einem Moment auf den anderen auf den Kopf.Viele Betroffene erleben zunächst Angst, Unsicherheit und unzählige Fragen: Wasbedeutet die Diagnose? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie geht esjetzt weiter?
Die gute Nachrichtist: Die Behandlung von Lungenkrebs hat sich in den letzten Jahren grundlegendverändert und die Prognose hat sich verbessert. Dank moderner Diagnostik undneuer Therapien können heute viele Behandlungen deutlich gezielter ausgewähltwerden als noch vor wenigen Jahren. Voraussetzung dafür ist eine sorgfältigeAbklärung der Erkrankung.
Diese Seite sollIhnen helfen, die wichtigsten Grundlagen zu verstehen.
Lungenkrebs-auch Lungenkarzinom und Bronchialkarzinom genannt - ist eine bösartige Erkrankung,die in der Lunge entsteht.
UnserKörper bildet laufend neue Zellen. Normalerweise wachsen und teilen sich diesekontrolliert. Bei Krebs gerät diese Kontrolle aus dem Gleichgewicht: EinzelneZellen verändern sich, vermehren sich unkontrolliert und können gesundes Gewebeverdrängen oder zerstören.
Lösen sichKrebszellen vom ursprünglichen Tumor und breiten sich über Blut- oderLymphbahnen im Körper aus, können sie Ableger (=Metastasen) bilden. BeiLungenkrebs treten Metastasen am häufigsten in der Lunge, den Knochen, derLeber, den Nebennieren oder im Gehirn auf. Heute wissen wir: Lungenkrebs istkeine einheitliche Erkrankung. Für die Wahlder Behandlung sind drei Fragen entscheidend:
- Wieweit hat sich die Erkrankung ausgebreitet (Stadium)?
- umwelche Art von Lungenkrebs handelt es sich?
- welchebiologischen Eigenschaften weist der Tumor auf?
Gerade derletzte Punkt hat in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. ModerneUntersuchungen können zeigen, ob der Tumor bestimmte Biomarker oder genetischeVeränderungen trägt. Diese Informationen helfen dabei, die Behandlung möglichstindividuell auf die Erkrankung abzustimmen.
Häufigkeit und Alter
In derSchweiz erkranken jedes Jahr rund 5’000 Menschen an Lungenkrebs. In der Periode2018 bis 2022 wurden im Durchschnitt jährlich 2’855 Neuerkrankungen bei Männernund 2’206 Neuerkrankungen bei Frauen registriert. Das durchschnittliche Alterbei der Diagnose liegt bei etwa 71 Jahren, grundsätzlich kann die Erkrankungaber Menschen jeden Alters betreffen.
Lungenkrebsgehört in der Schweiz weiterhin zu den häufigsten Krebserkrankungen und zu denKrebsarten mit der höchsten Sterblichkeit. Gleichzeitig haben sich Diagnostikund Behandlung in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. NeueMedikamente, moderne Operationstechniken, präzisere Bestrahlungsverfahren undmolekulare Diagnostik eröffnen heute Möglichkeiten, die es vor wenigen Jahrennoch nicht gab.
Ursachen und Risiken
Derwichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen. Das Risiko steigt mitder Dauer und Menge des Rauchens. Auch Passivrauch erhöht das Risiko. EinRauchstopp lohnt sich in jedem Alter – auch nach einer Krebsdiagnose. Er kannhelfen, die Lungenfunktion zu erhalten und Behandlungen besser zu vertragen.
Wichtig istaber auch: Auch Menschen, die nie geraucht haben, können an Lungenkrebs erkranken.Niemand verdient diese Erkrankung. Eine Lungenkrebsdiagnose ist deshalb keinGrund für Schuldzuweisungen. Für Betroffene zählt vor allem, dass dieErkrankung rasch und sorgfältig abgeklärt wird.
WeitereRisikofaktoren sind zum Beispiel Radon, Asbest, Quarzstaub, Dieselabgase,Luftverschmutzung, bestimmte berufliche Expositionen, frühere Strahlung imBrustbereich, chronische Lungenerkrankungen und möglicherweise auch einefamiliäre Veranlagung. Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas,das sich in Gebäuden ansammeln kann. In der Schweiz werden jährlich etwa 200bis 300 Todesfälle durch Lungenkrebs mit Radon in Verbindung gebracht.
Welche Beschwerden können auftreten?
Lungenkrebsverursacht besonders im frühen Stadium häufig keine oder nur unspezifischeBeschwerden. Deshalb wird die Erkrankung oft erst entdeckt, wenn Symptomeauftreten. Zu den häufigsten Warnzeichen gehören:
- Husten, der länger als vier Wochenanhält oder sich verändert
- Atemnot
- Schmerzen oder Druckgefühl imBrustkorb
- Auswurf, besonders wenn Blutspurensichtbar sind
- Wiederholte Atemwegsinfekteoder Lungenentzündungen
- anhaltende Müdigkeit, Schwächeoder Leistungsknick
- unerklärlicher Gewichtsverlust
- Knochenschmerzen, Kopfschmerzen oderandere neue Beschwerden, die nicht erklärbar sind
DieseBeschwerden können auch viele andere Ursachen haben. Halten sie jedoch an oderverändern sie sich, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.
Früherkennung
WeilLungenkrebs oft lange keine klaren Beschwerden macht, ist die Früherkennung einwichtiges Thema. International wird für Menschen mit erhöhtem Risiko zunehmenddas Low-Dose-CT-Screening eingesetzt. Dabei wird die Lunge mit einer niedrigdosierten Computertomographie untersucht. Ziel ist es, Lungenkrebs in einemfrühen Stadium zu entdecken, wenn eine Behandlung häufiger mit heilenderAbsicht möglich ist.
EinScreening eignet sich nicht automatisch für alle Menschen. Entscheidend sindpersönliches Risiko, Nutzen, mögliche Nachteile und eine gute Qualität derAbklärung. Ob eine solche Untersuchung sinnvoll ist, hängt jedoch von derindividuellen Situation ab und sollte gemeinsam mit einer Ärztin oder einemArzt besprochen werden.. Eine Vergütung der CT Untersuchung durch die Krankenkassen besteht zur Zeit nochnicht
Wie geht es nach dem Verdacht weiter?
Besteht derVerdacht auf Lungenkrebs, braucht es eine weitere Abklärungen. Ziel ist es,
- Die Diagnose zu sichern
- Die Tumorart zu bestimmen
- Das Krankheitsstadiumfestzulegen
- Den Tumor auf wichtige Biomarker zuuntersuchen
DieseInformationen helfen dem Behandlungsteam, die Erkrankung besser einzuordnen unddie möglichen Behandlungen zu besprechen. Für Betroffene kann es hilfreichsein, nachzufragen, welche Untersuchungen bereits gemacht wurden, ob genügendGewebe vorhanden ist und ob Biomarker oder molekulare Veränderungen geprüftwurden.
Das wichtigste auf einen Blick
- Lungenkrebs ist keine einheitlicheErkrankung
- Eine genaue Diagnose ist heute derSchlüssel zur individuellen Behandlung
- Auch Menschen, die nie gerauchthaben, können an Lungenkrebs erkranken
- Moderne Therapien haben dieBehandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren deutlich erweitert.
- Nehmen Sie anhaltende Beschwerdenernst und lassen Sie sie frühzeitig abklären.
