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Was ist Lungenkrebs?

Lungenkrebs, auch Bronchialkarzinom genannt, ist ein bösartiger Tumor in der Lunge.

Die Begriffe Lungenkrebs, Lungenkarzinom und Bronchialkarzinom stehen synonym für bösartige Tumoren der Lunge. Als Karzinome werden alle Krebsarten bezeichnet, die sich in den Epithelzellen bilden. Dazu gehören die Haut, die Schleimhäute, Drüsen, die Deckschichten von Organen und das Gewebe im Körperinnern. 

Sarkome, Leukämien, Lymphome, Gliome und Blastome werden auch als Krebs bezeichnet. Es handelt sich dabei aber nicht um Karzinome. 

Ein Tumor ist eine Gewebeschwellung. Der Begriff allein sagt noch nichts über die Gefährdung aus, die von einer solchen Schwellung ausgeht. Auch eine harmlose Beule ist ein Tumor.   

Von einem bösartigen Tumor ist erst dann die Rede, wenn die Gewebeknoten aus Zellen bestehen, denen die wesentlichen Merkmale gesunder Gewebezellen fehlen. In der gesunden Gewebezelle sind in der DNS diverse Mechanismen programmiert, welche die Teilungsaktivität der Zellen begrenzen. Gesunde Zellen sind fest im jeweiligen Gewebe verankert, können es nicht verlassen und altern mit jeder Zellteilung. Durch Veränderungen der DNS (Mutationen) werden diese Begrenzungsmechanismen ausgeschaltet. Eine solche entartete Zelle ist in der Lage, sich unkontrolliert zu teilen und den Gewebeverband über Blut und Lymphsystem zu verlassen, um in anderen Organen zu wachsen. Diese Ableger des Ursprungstumors nennt man Metastasen.  Lungenkrebs metastasiert häufig in die Leber, die Knochen und das Gehirn. Zudem ist eine Krebszelle quasi unsterblich. Die Mechanismen der Zellalterung und des Zelltodes sind ausgeschaltet.    

Häufigkeit und Alter

Nach den eher geschlechtsspezifischen Krebsarten wie Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern, ist der Lungenkrebs die häufigste Krebsart, die beide Geschlechte trifft. Jährlich wird in der Schweiz bei ca. 2800 Männern und 1900 Frauen Lungenkrebs diagnostiziert. Bei der Diagnose der Krankheit ist die Mehrheit der Patient*innen über 50 Jahre alt. Das mittlere Alter bei Krankheitsdiagnose liegt bei ca. 70 Jahren. 

Ursachen und Risiken

Durch die Atmung gelangen viele Stoffe und Erreger in die Lunge. Manche dieser Stoffe sind Mutagene, also Stoffe, die in der Lage sind, das Erbgut (DNS) von aussen zu verändern. Zu diesen Stoffen zählen diverse Inhaltstoffe von Tabakrauch, kanzerogene Stäube wie Hartholzstaub und Asbest, sowie gewisse Gase und diverse Luftschadstoffe. Personen, die häufig und über einen langen Zeitraum diesen Stoffen in erhöhtem Mass ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. 

Vernarbtes Lungengewebe wie es durch Krankheiten und Verletzungen entsteht, kann die Entstehung von Lungenkrebs begünstigen.    

Lungenkrebs kann aber durchaus auch bei Personen auftreten, die nie in nennenswerter Weise derartigen Stoffen ausgesetzt waren und auch sonst vollkommen intakte Lungen haben. 

Rauchen

Etwa 80% - 90% der Todesfälle durch Lungenkrebs sind auf das Rauchen zurückzuführen. Das Risiko, als Raucher*in an Lungenkrebs zu erkranken, wächst mit der Dauer und dem Ausmass des Zigarettenkonsums. Auch ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Antioxidantien ist bei Raucher*innen häufiger anzutreffen, was das Krebsrisiko zusätzlich erhöht. Eine(r) von dreissig Raucher*innen erkrankt früher oder später an Lungenkrebs.   

Auch mit dem Passivraucher*innen gelangen grosse Mengen krebserregender Stoffe in die Lunge. Passivraucher*innen können unter ungünstigen Umständen sogar ein höheres Krebsrisiko haben als Raucher*innen.  

Die Lunge kann sich nach einem Rauchstopp innerhalb von 15 Jahren so weit regenerieren, dass sich das Krebsrisiko kaum mehr von jenem der Nichtaucher*innen unterscheidet. Auch wer schon an Lungenkrebs erkrankt ist, profitiert von einem Rauchstopp. Die Funktion des gesunden Lungengewebes verbessert sich und viele Therapien werden besser vertragen. Es ist also nie zu spät, mit dem Aufhören anzufangen. 

Umweltschadstoffe und ionisierende Strahlung

Dieselruss und Feinstaub gehören zu den bekanntesten Stoffen, die Lungenkrebs hervorrufen können. Daneben sind aber auch Stoffe in der Arbeitswelt zu finden, die zu Lungenkrebs führen können. Neben Asbest, Hartholzstaub und Quarzstaub sind dies künstliche Mineralien und diverse Oxide und Stäube, die beim Schweissen und Trockenschleifen von chrom- und nickelhaltigen Metallen entstehen. 

Laut dem Bundesamt für Gesundheit ist Radon - ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas- für 200 -300 Todesfälle jährlich durch Lungenkrebs verantwortlich. Radon stellt somit nach dem Tabakrauch, die wichtigste Ursache für Lungenkrebs dar.

Genetische Faktoren

Ob und wie Lungenkrebs vererbbar ist, scheint derzeit noch ungewiss. Einige Studien deuten darauf hin, dass bei gewissen Arten von Lungenkrebs eine familiäre Häufung auftreten kann. Ob diese Häufung dem Zufall geschuldet ist oder auf einen erblichen Gendefekt zurückzuführen ist, bleibt vorläufig offen.

Symptome

Die Lungenzellen verfügen nicht über Schmerzrezeptoren. Daher führt auch eine grössere Gewebeveränderung nicht zu Schmerzen. Zudem ist die Lunge durch den Brustkorb geschützt, was ein Ertasten einer Gewebeveränderung verunmöglicht. Lungenkrebs führt in seinen frühen Stadien kaum zu nennenswerten Beschwerden. Erst im späten Krankheitsverlauf entwickeln sich spürbare Symptome. Die häufigsten sind: 

  • Länger als vier Wochen andauernder Husten
  • Bestehender Husten (Raucherhusten), der sich plötzlich verändert
  • Atemnot bei leichter Tätigkeit oder in Ruhe
  • Schmerzen im Brustkorb
  • Auswurf, mit oder ohne Blutspuren
  • Knochenschmerzen
  • Unerklärliche Müdigkeit und allgemeine Schwäche
  • Ungewollte Gewichtsabnahme und/oder Appetitlosigkeit
  • Fieber ohne klaren Grund

Manche dieser Symptome treten auch bei anderen Lungenkrankheiten wie Bronchitis und Lungenentzündung auf. Dennoch sollte man bei Symptomen möglichst früh eine(n) Ärzt*in aufsuchen und die Krankheit abklären lassen.

Geschrieben von

Geschrieben von

Prof. Dr. med. Dr. phil. Sacha Rothschild

Geprüft von

Prof. Dr. med. Dr. phil. Sacha Rothschild

Chefarzt Onkologie am Kantonsspital Baden

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