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Werner Fries

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«Ich habe die Diagnose verdrängt»

Als die Diagnose «nicht-kleinzelliger» Lungenkrebs kam, war Werners erster Gedanke: Packen wir es an und machen wir das Beste draus. Die Verarbeitung hat ihn erst ein Jahr später eingeholt.

«Der Verarbeitungsprozess beginnt erst jetzt – ein Jahr nach der Diagnose. Der Krebs hat seine Spuren hinterlassen», sagt Werner, betroffen vom nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Blickt er auf das vergangene Jahr zurück, so hätte er die Diagnose und die anschliessende Behandlung pragmatisch genommen: «So bin ich eben – zupackend, vorausschauend, realistisch», sagt der gelernte Sanitär-Installateur über sich. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, als der sportliche Werner merkte, dass er immer schneller ausser Atem war. Beim Mountainbiken, beim Wandern, irgendwann sogar beim Treppensteigen. «Sport bedeutet mir sehr viel und ich war immer irgendwie in Bewegung. Zu spüren, dass meine Leistung stetig nachliess, war beunruhigend», sagt der 53-Jährige. Hinzu kam, dass er morgens von einem unangenehmen Husten geplagt wurde. Bei seiner Partnerin, Pharmazeutin von Beruf, schrillten die Alarmglocken, Werner hingegen wartete erst einmal ab. «Ich war damals mitten in einer Weiterbildung und hatte anderes um die Ohren, als zum Arzt zu gehen». Dann, kurz nach seinen Abschlussprüfungen, konnte er kaum noch eine Stufe laufen. «Ich war fix und fertig, habe keine Luft mehr bekommen und bin fast zusammengebrochen», erinnert er sich. Nun musste auch Werner einsehen, dass er um einen Arztbesuch nicht herumkam – noch am selben Abend suchte er ein Medical Center auf. «Schon wieder ein Corona Fall», war das Erste, was er von den Medizinischen Praxisassistentinnen hörte. Für seinen Arzt hingegen war schnell klar, dass da mehr dahintersteckte. 

«Jeder geht anders mit so einer Diagnose um»

Das Röntgenbild zeigte einen Schatten auf der Lunge. «Der Arzt sprach Klartext mit mir und am nächsten Tag musste ich bereits ins Spital einrücken», erinnert sich Werner. Seine Partnerin habe sofort gewusst was los war, er selbst habe den Ernst der Situation nicht einschätzen können. Auf dem CT wurde das ganze Ausmass deutlich – es zeigte einen ausgedehnten Tumor auf der Lunge. Auf dem darauffolgenden PET-CT sah man einen möglichen Lymphknotenbefall. Er sei in dem Moment sehr gefasst gewesen und habe einfach gedacht: «Nun gut, jetzt habe ich Krebs – schauen wir weiter». Für seine Partnerin und die drei erwachsenen Töchter sei die Situation schwieriger zu verkraften gewesen. Werner gibt aber auch zu, dass er die Diagnose und die damit verbundenen Gefühle nicht an sich herankommen liess: «Eine reine Schutzfunktion. Jeder geht eben anders mit so einer Diagnose um.» Zudem war er auch durch die länger andauernde Atemnot sehr müde und geschwächt, weshalb er sich höchstens mit dem Augenblick und nicht mit der weiteren Zukunft befassen konnte. Belastend waren für ihn die nun folgenden Bronchoskopien, bei denen Gewebe des Tumors entnommen werden sollte. Zweimal waren die Ärzte erfolglos und erwischten lediglich «totes Gewebe», das keinen Nutzen zur histologischen Bestimmung des Tumors brachte. «Als Folge der Bronchoskopien bekam ich eine schwere Lungenentzündung und stand wochenlang völlig neben mir», so Werner. Die gute Nachricht war allerdings, dass die ‘verdächtigen’ Lymphknoten nur entzündlich und nicht von Tumor befallen waren. Somit öffnete sich die Möglichkeit einer vollständigen Heilung durch Entfernung des Tumors und Werner wurde operiert. Die Operation verlief gut, anschliessend, im vergangenen November 2021, startete Werner direkt mit der Chemotherapie. 

Werner fühlte sich wie ein Michelin Männchen

Diese war extrem belastend für ihn. «Von den Nebenwirkungen her ging es mir eigentlich ganz gut, die Wassereinlagerungen machten mir zu schaffen», erinnert sich Werner. Kilo um Kilo nahm er zu, die Gelenke schmerzten, er konnte sich kaum noch bewegen. Am Ende brachte er über 15kg mehr auf die Waage. «Es war schlimm und ich habe alles versucht, um das Wasser loszuwerden – von Lymphdrainage bis zur Ernährungsumstellung», sagt Werner. Von Anfang an protokollierte er täglich seinen Gesundheitszustand und empfiehlt das auch anderen Betroffenen: «So hat man immer einen Überblick über sein Befinden und kann das jeweils schwarz auf weiss den Ärzt*innen mitteilen». Hinsichtlich seiner Wassereinlagerungen hat sich Werner damals nicht gut beraten gefühlt; niemand hätte ihn darauf hingewiesen, dass er einfach Geduld gebraucht hätte und die Einlagerungen nach Beendigung der Therapie von alleine verschwunden wären.

Gesundheitlich geht es Werner heute gut. Die Chemotherapie ist abgeschlossen und er gilt derzeit als krebsfrei. Was ihm mehr zu schaffen macht, ist seine Psyche. «Es war ein intensives Jahr und ich merke erst jetzt, wie stark mich das alles belastet hat. Um das aufzuarbeiten, mache ich derzeit eine Therapie», erzählt Werner. Zugleich schätze er den Moment und die Zeiten, in denen es ihm gut geht heute viel mehr. «An die Zukunft denke ich eher wenig und geniesse jede Stunde mit meiner Partnerin und meinen Töchtern.»

Journalistin: Anna Birkenmeier 

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