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Michael Emmenegger-Müller

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Mit Zuversicht in ein neues Leben

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten ist Lungenkrebs noch immer mit einem Tabu belegt. Es schwingt das Gefühl von «Selber Schuld» mit. Deshalb ist es so wichtig darüber zu sprechen, sich auszutauschen und auch in der Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Denn, Lungenkrebs ist längst kein Todesurteil mehr und viele Betroffene leben inzwischen viele Jahre damit.

Der 45-jährige Michael ist Papa von drei Jungs, leidenschaftlicher Hobbyfotograf und war begeisterter Wanderer. Die Natur gemeinsam mit seinen Söhnen zu erforschen, durch die Berge zu ziehen, Abenteuer erleben und mit den Kindern um die Wette springen – die Erinnerungen an diese unbeschwerten Zeiten geben ihm Kraft. Heute, wenn er sich mehrmals am Tag hinlegen muss, weil ihn die bleierne Fatigue immer wieder aus dem Alltag reisst und wenn er bereits nach ein paar Schritten ausser Atem ist. «Mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Früher war ich aktiv, habe gerne gearbeitet und war voller Zukunftspläne. Heute habe ich mich meinem neuen Leben angepasst – die Krankheit gibt den Takt vor».

2019 erhielt Michael die Diagnose COPD. Auf Anraten des Arztes hörte er sofort mit dem Rauchen auf und spürte bald schon eine Verbesserung. «Das erste halbe Jahr nach der Diagnose ging es mir richtig gut, ich fühlte mich topfit. Dann verschlechterte sich plötzlich mein Zustand.» Michael bekam immer schlechter Luft, spürte einen Wiederstand in seiner Lunge und hatte intuitiv eine schlimme Vermutung. «Ich spürte, dass mit meinem Körper etwas gar nicht in Ordnung war.» Die darauffolgenden Untersuchungen bestätigten seinen Verdacht, es wurde ein Schatten auf Michaels Lunge entdeckt.

Eine Lungenpunktion brachte die Gewissheit: Michael hat ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom. «Die Diagnose war schlimm. Aber noch viel belastender war die Frage: wie sagen wir es unseren Buben?», so Michael. Der Jüngste war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal fünf Jahre alt. Mit einer offenen, kindgerechten Kommunikation erzählten Michael und seine Frau den Kindern von den bösen Zellen in Papas Lunge, von der bevorstehenden Operation und davon, dass sich ihr Papi vielleicht verändern wird. «Die Jungs nahmen es relativ cool, haben viele Fragen gestellt und sind dann wieder spielen gegangen», erinnert sich Michael. Sie haben gelernt, die Situation so zu nehmen wie sie ist – und dazu gehört eben auch, dass Michael nicht mehr mit ihnen toben kann und sich immer wieder hinlegen muss. «Dafür bin ich jetzt immer zuhause, wenn sie in die Schule und den Kindergarten gehen und wieder nach Hause kommen», sagt er augenzwinkernd.

Denn, arbeiten kann er aktuell nicht mehr. Nachdem der Tumor und mit ihm ein Stück der Lunge erfolgreich entfernt werden konnten, gilt er zwar als krebsfrei, was geblieben ist, ist die eingeschränkte Lungenfunktion sowie die belastende Fatigue. Zugleich musste er im Laufe seiner Krankheit auch die Erfahrung machen, dass über Lungenkrebs nicht gesprochen wird und, dass ihm immer wieder dieselbe Frage gestellt wurde: «Hast du geraucht? …ja dann…». Auch ihm seien diese Gedanken manchmal gekommen, die Frage nach dem «Was wäre gewesen, wenn ich nicht geraucht hätte». «Aber am Ende bringt es nichts, sich Gedanken über das Warum zu machen. Es ist wie es ist und man muss nun mal die Situation so nehmen wie sie ist», sagt Michael.

Es hilft über Lungenkrebs zu sprechen und damit ein Tabu zu brechen

Der Austausch mit anderen Betroffenen und die unterschiedlichen Geschichten, viele davon mit einem positiven Verlauf, hätten ihm geholfen, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Der Lungenkrebs sei mit vielen Vorurteilen belegt, etwa, dass er ein sicheres Todesurteil bedeutet. Auch er habe nach der Diagnose umgehend ein Testament geschrieben, Briefe verfasst für seine Söhne und seine Frau, sich mit dem Sterben auseinandergesetzt. Indem er sich Informationen geholt, mit Ärzten und anderen Betroffenen gesprochen hat, ist er aber inzwischen optimistisch.

Michael hat bei der Gründung der Patientenorganisation «Leben mit Lungenkrebs» mitgewirkt und möchte damit anderen Lungenkrebspatient*innen Mut machen, aufklären und dem Thema Lungenkrebs eine Stimme geben. So sollen sich die Betroffenen und Angehörigen vernetzen, um Erfahrungen austauschen zu können. Verschiedene Events sollen während dem Jahr Betroffene und Angehörige ansprechen oder der Aufklärung der Öffentlichkeit dienen. Es gibt immer noch sehr viele Stigmas die im Grossen und Ganzen für eine Therapie hinderlich sein können. Und dem möchte die Patientenorganisation entgegenwirken.

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