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Beat Bachmann

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«Wie isst du einen Elefanten? Schneide ihn in kleine Stücke!»

Diese aus Beruf und Ausdauersport bekannte Strategie half Beat Bachmann vor zwei Jahren, die aufgrund des diagnostizierten Lungenkrebses verordnete Chemotherapie durchzustehen.

Hallo Beat, bitte stelle dich kurz vor.

Ja, gerne. Ich heisse Beat Bachmann, bin 64 Jahre alt, Frührentner, stolzer Vater von zwei erwachsenen Kindern und noch fast stolzerer Grossvater einer kleinen Enkeltochter. Ich lebe mit meiner Partnerin in einer Langzeitbeziehung. 

Fast all meine Hobbies sind sportbezogen: So steckte ich über Jahre viel Zeit und Energie in Ausdauersportarten wie Marathonläufe oder Triathlon. Ich liebe Aktivitäten in den Bergen wie Wandern oder Skifahren – vor allem zusammen mit meiner Partnerin. Und ich gehe sehr gerne Töff fahren.

Wie lautet deine Diagnose?

Bei mir wurde im Frühjahr 2020 ein TTF-1 positives Adenokarzinom im Unterlappen des linken Lungenflügels festgestellt. Es war zu dieser Zeit. 1,7 x 1,8 cm gross. Metastasen wurden keine gefunden.

Wie kam es damals zu deiner Diagnose?

Ich hatte im Spätfrühling 2020 aus urologischen Gründen ein Nieren CT. Mit den Nieren war wie erwartet alles Bestens. Jedoch berichtete mir die Urologin, dass auf den Bildern eine Raumforderung in der Lunge zu erkennen sei. Weitere Abklärungen und ein Lungen CT bestätigten den anfänglichen Verdacht auf ein Lungenkarzinom. Am 14. Juli 2020 wurde mir am Universitätsspital Zürich der linke, untere Lungenlappen samt mehreren Lymphknoten entfernt. Ein PET/CT zeigte glücklicherweise keine Ableger in Körper und Kopf. Jedoch wurden drei Lymphknoten positiv auf Krebszellen getestet. 

Wie hast du dich vor der Diagnose gefühlt?

Ich war komplett beschwerdefrei; es gab keinerlei Verdachtsmomente. Dass der Krebs in diesem Stadium gefunden wurde, ist mein persönlicher 6-er im Lotto.

Wie bist du mit der Diagnose Lungenkrebs umgegangen? 

Zu Beginn stürzte meine gewohnte Welt regelrecht ein. Trauer, Wut, Frust: die ganze Bandbreite an negativen Gefühlen wechselte sich ab. Fragen wie: «War es das jetzt?» oder «Ist das nun der Dank, dass ich ein gesundes Leben führe?» stellten sich.

Doch meine Partnerin, meine Kinder, meine Familie, aber auch mein erweitertes Umfeld stand hinter mir und fing meine anfängliche Negativität auf.

Dazu kam, dass ich eine sehr ungeduldige Person bin. Dass es nach der ersten Diagnose aus meiner Sicht oftmals zu langsam vorwärts ging, ich viel zu lange warten musste bis zur nächsten Untersuchung, habe ich kaum ausgehalten.

Wie hat dein Umfeld auf die Diagnose reagiert?

Alle waren schockiert und zeigten zugleich viel Verständnis für meine Situation und den daraus folgenden Entscheidungen. Beispielsweise trat ich als Gemeinderat zurück. Das wurde von meinen Ratskollegen diskussionslos akzeptiert. Auch meine Partnerin, pandemiebedingt die einzige, physisch anwesende Person, erfuhr durchwegs wohlwollende Unterstützung.

Welche Therapien hast du erhalten? 

Nach der Operation startete zeitnah eine medikamentöse Therapie mit zwei Wirkstoffen: Cisplatin und Vinorelbin. Ich durchlief vier Zyklen à je drei Wochen. In der ersten Woche des Zyklus` erhielt ich beide Medikamente intravenös verabreicht, in der zweiten «nur» noch Vinorelbin. Die dritte Woche diente der Erholung.

Hast du während der Zeit der Chemotherapie weitere komplementäre Therapieangebote angenommen?

Nein, das habe ich nicht. Ich habe bereits vor der Operation aufgehört, jeglichen Alkohol zu trinken, habe mich gesund ernährt und versuchte in angemessenem Rahmen aktiv zu bleiben.

Zudem konnte ich stets auf ein grosses, mich stützendes Umfeld zurückgreifen, mit dem ich meine Sorgen teilen konnte. Das half alles sehr.

Wie war deine Lebensqualität während der Therapien?

Ich startete in einem sehr guten Allgemeinzustand in die Chemotherapie. Ich wusste, dass eine Chemotherapie hart werden wird. Aber ich bin dann trotzdem erschrocken, wie sehr diese Medikamente meine körperliche Verfassung verschlechterten.

Beispielsweise wurde ich zusehends schwächer. Zuletzt konnte ich nicht einmal mehr die Strecke vom Parkhaus zum Spital ohne Verschnaufpausen gehen. Ohne Mittagsschlaf ging irgendwann gar nichts mehr. Zudem verschlechterten sich meine Blutwerte irgendwann so sehr, dass ich als Reaktion darauf Medikamente verschrieben bekam, die als Nebenwirkung starke Schmerzen verursachten. Glücklicherweise war mir kaum schlecht und ich verlor auch nur wenige Haare.

Die Zeit der Chemotherapie war ein Kampf. Ich versuchte diesen zu führen, indem ich täglich drei Liter Flüssigkeit trank, mich zwang, regelmässig zu essen und täglich eine Stunde spazieren zu gehen. Ich denke, auch deshalb erholte ich mich relativ schnell, nachdem die Therapie beendet war.

Nutzt du Strategien, auf die du während der Zeit der Chemotherapie zurückgreifen konntest?

Einerseits formulierte ich klare Ziele, an denen ich mich  orientierte. Zum Beispiel: «Ich will meine Enkelin als erwachsene Frau kennen.» Oder: «Ich will wieder in die Berge, wandern und skifahren und will wieder Töff fahren.» 

So wusste ich während der ganzen Chemotherapie genau, weshalb ich all die Strapazen aushalten wollte.

Anderseits hielt ich mich an ein Prinzip, das mich während Jahren durch meinen geschäftlichen Alltag und mein Sportlerleben begleitete: «Wie isst du einen Elefanten? Schneide ihn in kleine Stücke!» Bezogen auf die Chemotherapie heisst dies, dass ich nie die ganzen 12 Wochen betrachtete, sondern lediglich die Herausforderung, die in diesem Moment gerade zu meistern war. 

Mittels dieser zwei mentalen Tricks konnte ich mich selbst stets am Haarschopf packen und aus dem Dreck herausziehen. 

Wie geht es dir heute?

Sehr gut. Seit der Chemotherapie sind zwei Jahre vergangen und ich habe mich körperlich als auch physisch gut erholt. Ich erlitt bis heute kein Rezidiv und habe zurzeit keine krankheitsbedingten Einschränkungen mehr. 

Ich habe halbjährlich einen Kontrolltermin. Vor diesem bin ich jeweils sehr angespannt und die Krankheit nimmt dann jeweils wieder mehr Raum ein. Mir ist bewusst, dass alles, auch die Medizin und das Leben, Grenzen haben. Zwischen den Kontrollterminen versuche ich aber, dem Krebs und der Endlichkeit nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Ich würde es nicht aushalten, in der Omnipräsenz aller möglichen «Was wenn?» zu leben. Stattdessen lebe ich weiterhin gesund und versuche meinen Fokus auf das Positive zu lenken. Heute geniesse ich das Leben noch mehr als vor der Diagnose.

Wie siehst du deine Zukunft?

Im Optimalfall bleibe ich noch eine ganze Weile ein glücklicher, aktiver, gesunder Frührentner, der seine Hobbies und Familie geniessen kann.

Ich bin sehr optimistisch, dass ich meine Enkelin aufwachsen sehen werde.

Im Optimalfall bleibe ich noch eine ganze Weile ein glücklicher, aktiver, gesunder Frührentner, der seine Hobbies und Familie geniessen kann.

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