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Interview

Sich dem Lungenkrebs entgegenstellen

Lungenkrebs ist die zweithäufigste Krebsart und die häufigste Krebstodesursache weltweit. Trotzdem wird Lungenkrebs in der Öffentlichkeit zu wenig thematisiert. Ein Grund dafür ist die Stigmatisierung in der Gesellschaft, wird Lungenkrebs doch häufig als Raucherkrankheit betrachtet, die selbstverschuldet und vermeidbar ist. Lungenkrebspatienten wird weniger Sympathie entgegengebracht als Patienten mit anderen Tumorerkrankungen. Dies kann Betroffene davon abhalten, sich bei Symptomen frühzeitig Hilfe zu holen und sich behandeln zu lassen. Im Kurzfilm Evia wird diese Problematik mit einer persönlichen Geschichte aufgezeigt.

Martin Inderbitzin
Neurowissenschaftler und Bauchspeicheldrüsenkrebs­ Betroffener
Gründer von MySurvivalStory.org

Kurzfilm Evia

Im Kurzfilm Evia wird die Geschichte von Maja erzählt. Sie ist stolz darauf, dass sie mit 70 Jahren ihren Hof noch selbstständig bewirtschaften kann. Fremde Hilfe anzunehmen ist für Maja keine Option. Die Arbeit fällt ihr jedoch zunehmend schwerer, da sie an Lungenkrebs erkrankt ist. Nebst der Krankheit kämpft Maja auch mit Vorurteilen und ihrer eigenen Einstellung. Der Neurowissenschaftler und selbst von Krebs betroffene Martin Inderbitzin erklärt uns die wichtigsten Erkenntnisse zu Majas Verhalten.

Häufiges Verhalten bei einer Krebsdiagnose am Beispiel von Maja

Symptome ignorieren

Maja ist es gewohnt und stolz darauf, alles auf dem Hof selbst zu erledigen. Obwohl sie eindeutig erschöpft ist und an anhaltendem Husten leidet, möchte sie, dass in ihrem Leben alles so bleibt, wie es ist.

Martin: Dass Maja ihre Symptome ignoriert, ist völlig normal und passiert vielen Patientinnen und Patienten. Einerseits wollen wir nicht daran denken, dass es etwas Schlimmes sein könnte, und andererseits wollen wir uns nicht eingestehen, dass wir ein Problem haben. Ich dachte nie, dass ich jemals Krebs haben könnte.

Zögern, Hilfe anzunehmen

Majas Tochter, Beat und Luca bieten zwar an, Maja einige Aufgaben abzunehmen und sie zu unterstützen, aber Maja findet stets Ausflüchte und lehnt ihre Hilfe ab.

Martin: Was wir hier bei Maja beobachten ist ein klassisches Phänomen bei Betroffenen. Während wir anderen gerne helfen, fällt es uns oft schwer selbst Hilfe anzunehmen. Hilfe annehmen zu können will gelernt sein, das fällt nicht nur Maja schwer, sondern vielen Patienten*innen. Wir verwechseln Stärke zeigen mit stark sein. Wahre Stärke besteht aber darin, seine Schwächen zu kennen und eben anzugehen. Das braucht aber eine kräftige Portion Mut.

Vermeiden, mit anderen über ihre Diagnose zu sprechen

Maja hat ihrer Tochter nie von ihrer Diagnose erzählt.

Martin: Maja denkt wohl, dass sie mit ihrem Verhalten ihr Umfeld schützen kann. Doch oft führt das ‹Ausschliessen› des Umfeldes gerade zum Gegenteil. Sich ge- trauen, ehrlich und offen miteinander zu reden, ist nicht immer einfach, doch es- senziell, damit wir einander besser verstehen können.

Krankheit annehmen

Die Lage ändert sich, als Backpacker Luca Maja daran erinnert, dass wahre Stärke darin liegt, anderen zu vertrauen. Maja gibt nach und lässt Luca auf dem Traktor mitfahren. Als sie zu schwach ist, darf er das Steuer übernehmen.

Martin: Eine wunderschöne Szene, in der Maja den ersten Schritt zum Self-Empowerment macht: Sie akzeptiert ihre Situation. Wobei Akzeptanz nicht mit Resignation verwechselt werden darf. Akzeptieren heisst nicht aufgeben. Akzeptieren heisst, eine bewusste Entscheidung zu treffen, das anzunehmen was ist und das Beste daraus zu machen.

Lungenkrebs ist den Kampf wert

In den letzten zehn Jahren wurden Fortschritte bei Behandlungsmöglichkeiten von fortgeschrittenem Lungenkrebs gemacht. Das führte zu mehr Überlebenden und einem Gefühl der Hoffnung für diejenigen, die mit der Erkrankung konfrontiert sind.

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Dieser Beitrag wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von MSD Merck Sharp & Dohme AG.

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