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Zielgerichtete Therapien bei Lungenkrebs

Zielgerichtete Therapien greifen gezielt Veränderungen in Krebszellen an, die das Tumorwachstum antreiben.

Was sind zielgerichtete Therapien?

Die Behandlung von Lungenkrebs hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neben Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie und Immuntherapie stehen heute für bestimmte Patientinnen und Patienten auch sogenannte zielgerichtete Therapien zur Verfügung.

Diese Medikamente greifen gezielt Veränderungen in den Krebszellen an, die das Tumorwachstum antreiben. Solche Veränderungen werden häufig als Biomarker, Mutationen oder genetische Veränderungen bezeichnet.

Zielgerichtete Therapien kommen jedoch nur dann infrage, wenn bei einer molekularen Untersuchung eine passende Veränderung nachgewiesen wird. Deshalb ist eine umfassende Biomarker-Testung heute ein wichtiger Bestandteil der modernen Lungenkrebsdiagnostik.

Warum ist die Biomarker-Testung so wichtig?

Nicht jeder Lungenkrebs ist gleich. Auch wenn zwei Menschen die gleiche Diagnose erhalten, können sich die biologischen Eigenschaften ihres Tumors deutlich unterscheiden.

Molekulare Untersuchungen helfen dabei, solche Unterschiede sichtbar zu machen. Dabei wird das Tumorgewebe – oder in bestimmten Situationen auch eine Blutprobe – auf genetische Veränderungen untersucht.

Werden bestimmte Biomarker gefunden, kann dies den Zugang zu zielgerichteten Therapien ermöglichen. Deshalb sollte die Biomarker-Testung möglichst früh im Behandlungsverlauf erfolgen.

Wie unterscheiden sich zielgerichtete Therapien von einer Chemotherapie?

Eine Chemotherapie wirkt auf schnell wachsende Zellen im Körper. Dadurch können neben Krebszellen auch gesunde Zellen betroffen sein.

Zielgerichtete Therapien verfolgen einen anderen Ansatz. Sie richten sich gegen bestimmte Veränderungen in den Tumorzellen und greifen gezielt in Signalwege ein, die für das Wachstum und Überleben der Krebszellen wichtig sind.

Welche Biomarker können relevant sein?

Zu den wichtigsten Biomarkern beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs gehören EGFR, ALK, ROS1, RET, BRAF, MET, HER2 (ERBB2), KRAS und NTRK.

Was passiert, wenn keine Mutation gefunden wird?

Nicht bei allen Patientinnen und Patienten wird eine behandelbare genetische Veränderung nachgewiesen. Je nach Situation können weiterhin andere moderne Therapieformen wie Immuntherapie, Chemotherapie oder Strahlentherapie eingesetzt werden.

Warum können Nachtestungen wichtig sein?

Lungenkrebs kann sich im Verlauf der Erkrankung verändern. In bestimmten Situationen kann deshalb eine erneute molekulare Untersuchung sinnvoll sein, um neue Behandlungsoptionen zu identifizieren.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Auch zielgerichtete Therapien können Nebenwirkungen verursachen. Welche Beschwerden auftreten, hängt von der jeweiligen Therapie ab. Wichtig ist, neue Beschwerden frühzeitig dem Behandlungsteam mitzuteilen.

Zusammenfassung

Zielgerichtete Therapien sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Präzisionsmedizin bei Lungenkrebs. Voraussetzung ist meist eine umfassende Biomarker-Testung, um festzustellen, ob eine behandelbare genetische Veränderung vorliegt.

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